Link verschicken   Drucken
 

Herzlich Willkommen in der Ev.-luth. Erlöserkirchengemeinde Uetersen!

[Termine] | [Nachrichten] | [Gemeindebrief u. Broschüren] | [Ansprechpartner] | [Pastoren]

 

 

Aufatmen

Den Moment genießen

 

 

   Als ich diese Zeilen schrieb, war es März. Ein kalter März. Die ersten Frühblüher mussten sich unter einer Schneedecke behaupten. Der eisige Ostwind blies uns noch zum kalendarischen Frühlingsanfang um die Ohren. Ich dachte: Wenn dieser Text, den du heute schreibst, gelesen wird, dann haben wir Juni: den Monat, der uns die längsten Tage beschert! Die Wiesen werden grün sein, die Bäume belaubt, die Bienen munter und die Rosen erblüht. Dann wird man singen: „Nun steht in Laub und Blüte, Gott Schöpfer, deine Welt“ (EG 639).

   Mir kam ein Bild vor Augen, das ich einmal auf einem Spaziergang sah: eine schwarzbunte Milchkuh lag auf der Seite in der Sonne ausgestreckt. Sie stieß ein recht behagliches Seufzen aus. Es durchlief ihren behäbigen Leib und sie schien einfach diesen Moment sehr zu genießen. Ich dachte an den Vers aus dem oben genannten Lied, wo es auch heißt: „Da draußen und da drinnen, da atmet alles auf ...“ Wie schön, dachte ich, einfach nur mal aufzuatmen; den sonnigen Augenblick, die Wärme, den Wind und die heublumenzarten Düfte des Sommers wieder genießen zu können. Aufatmen in der Geborgenheit eines behaglichen Moments, dem „ozeanischen“ Gefühl eines ungetrennten Daseins, wie Albert Camus es nannte. Sicher, das sind „nur“ vergängliche Momente – aber es gibt sie! Und sie haben große Kraft – schon in der Vorstellung können sie viel bewirken.

   Ja, der Sommer wird kommen. Ob es ein „schöner“ Sommer werden wird? Wer 2 Das Wort Aufatmen Den Moment genießen weiß ... Vielleicht liegt das auch daran, wie bewusst und wie gelassen wir die schönen Momente wahrnehmen können.

   Sicher, ich mache mir auch Sorgen um unsere Umwelt: den Klimawandel, die Müllberge, den Artenschwund und vieles mehr. Meinen Teil der Verantwortung möchte ich nicht vergessen. Und doch sind sie so wichtig: die Momente, in denen wir mal ganz selbstvergessen loslassen und dasein können, Kraft tanken, für alle unsere Aufgaben. Denn die Seele lebt aus dem, woran sie sich freut. Nicht aus Angst, Ärger oder Verbitterung heraus möchte ich aktiv werden, sondern aus einer Haltung der Freude und Dankbarkeit. So kann ich das tun, was ich kann – nicht mehr und auch nicht weniger. Und ich kann mich an das Wort aus Psalm 103 halten: „Lobe den Herrn meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“

   In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen schönen Sommer – mit Mut machenden, bewusst und dankbar genossenen Momenten.

 

Ihre Pastorin Kirsten Ruwoldt

 

 

KiBiWo 2018 Plakat

 

Anmeldung KiBiWo 2018