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Herzlich Willkommen in der Ev.-luth. Erlöserkirchengemeinde Uetersen!

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Am 29. Februar ist wieder Kinderkirche!

 

Grün -

Lebenskraft

 

  "Es lasse grünen die Erde grünes Kraut, das Samen bringt“. Der dritte Schöpfungstag in der Bibel erzählt vom sprießenden Grün. Und seit drei Milliarden Jahren sprießt dieses Grün nun schon, setzt Sauerstoff frei und schützt uns vor dem unsichtbaren ultra-violetten Licht. Die Erde ohne Grün? Ich sehe im Frühling die jungen Blätter, freue mich an Wiesen, auf denen ich rasten und träumen kann, und auf Wald: die Verwobenheit von allem Grünenden.
  Farben sind eine der Ursprachen der Welt. Dabei steht grün für den Ausgleich, die Mischung von gelb und blau, hell und dunkel, warm und kalt. Er weidet mich auf einer grünen Aue, heißt es im Psalm 23. Grün beruhigt, schafft Vertrauen, stabilisiert den Blutdruck. Vor allem ein mittleres Grün gilt als Heilfarbe. Hildegard von Bingen nannte die Lebenskraft in allen Lebewesen Grünkraft, veriditas. Durch gute, grüne Ernährung und eine liebevolle Lebenshaltung können wir diese lange bewahren.
  Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, so sagt Jesus das. Wenn du dir selbst grün bist, kannst du auch anderen grün sein, gelassen und vertrauensvoll. Oder anders gesagt, mit einem Augenzwinkern: Wenn du dich selbst liebst, dann können dich die anderen gern haben. Die anderen können dich mögen, also gern haben, oder eben auch nicht, „die können mich mal gern haben“. Die Grünkraft fragt nicht nach Anerkennung oder dass dich jeder mag.
  Denn das Grün strebt zwar zum Licht, aber ist verwurzelt in der Erde. Es verbindet beides. Hildegard nennt die wichtigste Tugend auch humilitas, das bedeutet Demut: den Humus, die Erde wertschätzen. Geerdet sein, gelassen, friedvoll. Eine grüne Tugend: Bewahrung der Schöpfung.
  Wenn ich Menschen begegne, die nicht auf einen grünen Zweig kommen, dann liegt es oft am Zeitgefühl. Die einen warten zu lange mit dem Pflanzen, lassen Gelegenheiten aus, können sich nicht entscheiden. Die anderen wollen zu schnell ernten, wollen zu viel auf einmal. Vom Grün lernen heißt, den eigenen Lebens-Rhythmus verstehen. Sich immer neu Zeit nehmen zum Wachsen, Reifen und Grünen. Zeit haben. Einen gesegneten Frühling wünsche ich Ihnen.

 

Pastor Bernd Müller-Teichert