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Herzlich Willkommen in der Ev.-luth. Erlöserkirchengemeinde Uetersen!

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Leseandacht zum Sonntag Quasimodogeniti, 11.04.2021

 

Um die Infektionszahlen in der Corona-Pandemie zu begrenzen und aus Sorge, dass sich Menschen infizieren könnten, hat der Kirchengemeinderat beschlossen, die Präsenzgottesdienste in der Erlöserkirche bis zum 18. April auszusetzen.

 

Am 11. April ist die Erlöserkirche von 10-11 Uhr geöffnet. Die geplante Verabschiedung von Ekkehard Krödel sowie Dörte Goi findet nicht statt.

 

Ihr Team der Erlöserkirche Uetersen

 


 

Ein Schritt ins Ungewisse

«Lass dich durch nichts erschrecken ...»

 

 Da macht der Mensch einen Schritt nach vorne – und weiß nicht, ob er Halt findet. Die Skulptur „Stepping Forward“ der niederländischen Künstlerin Hanneke Beaumont drückt zwar Unsicherheit aus, wirkt aber nicht ängstlich. Mit den Händen das Gleichgewicht suchend wagt sie einen Schritt ins Ungewisse. So wie jemand einen gefrorenen See betritt und nicht weiß, ob das Eis auch hält. Der Blick richtet sich nach vorne, nimmt das Kommende in den Blick. Vielleicht ist sich die Gestalt ja auch sicher, dass es etwas gibt, auf dem die Füße Halt finden. Nur dass der Betrachter das nicht sehen kann. Die Künstlerin drückt in ihren Skulpturen – so auch in dieser – etwas typisch Menschliches aus, individuelle Stimmungen in Situationen, die schon viele erlebt haben. Es sind nicht die siegreichen Momente des Lebens, die ihre Werke zeigen, sondern sie drücken meist Zögern, Irritation oder Orientierungslosigkeit aus.

  In solch einer Situation haben sich Menschen in der Bibel oft befunden: Sie hatten etwas ganz Neues vor sich und wussten nicht, ob sie Halt finden würden. Sie mussten den Schritt ins Ungewisse wagen. Dem Volk Israel ging es so, als es aus der Sklaverei befreit wurde. Würde es durch die Wüste kommen? Oder als sie an der Schwelle des verheißenen Landes standen: Könnten sie dort ein neues Leben beginnen?

  Den Jüngern ging es so, als Jesus gestorben war: Was sollte aus ihnen werden? Wie sollte es weitergehen? Als sie von der Auferstehung Jesu hörten, freuten sie sich riesig, doch was würde sie in der Zukunft erwarten? Es dauerte noch bis Pfingsten, bis sie durch den Heiligen Geist neue Orientierung gewannen, ihnen eine Aufgabe gegeben wurde und sie mit der Kraft des Geistes in alle Welt zogen, um die gute Nachricht zu verbreiten.  Diese Aufgabe war groß und der Erfolg keineswegs gewiss, aber sie machten sich auf den Weg und vertrauten darauf, dass der Geist Gottes ihnen Halt und Hilfe geben würde.

  Diese Skulptur von Hanneke Beaumont drückt auch unsere gegenwärtige Situation in der Pandemie aus. Wir sind unsicher. Ungewiss ist, wie gut wir durch die Corona-Krise kommen. Und trotzdem können wir den Blick nach vorne richten. Dass kluge Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in relativ kurzer Zeit wirksame Impfstoffe entwickeln konnten, dafür kann man Gott dankbar sein. Das macht uns hoffnungsvoll, dass die Pandemie irgendwann überwunden sein wird, auch wenn der Weg bis dahin noch voller Schwierigkeiten steckt.

  Wir können unseren Weg gehen im Vertrauen darauf, dass Gott bei uns ist und uns hilft, so wie er den Jüngern beigestanden und das Volk Israel begleitet hat. Mir gibt ein Satz Zuversicht, der im Buch Josua steht und zur Figur „Stepping Forward“ passt – er wird auch gerne als Tauf- oder Konfirmationsspruch genommen: „Lass dich durch nichts erschrecken und verliere nicht den Mut, denn ich, der Herr, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst,“ Josua 1,9 (Gute Nachricht).

Pastor Johannes Bornholdt