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"Weihnachten, was war das noch?" Zwischen Hoffen und Bangen, Sehnsucht und Vorfreude

 Was war in Ihrer Familie typisch an Weihnachten? Und was haben Sie davon als Erwachsene gleich, ähnlich oder ganz anders gemacht?

 In meiner Kindheit sind meine Eltern und ich am 24. Dezember stets zu meinen Großeltern gegangen. Von dort ging es dann für alle zum Gottesdienst. Danach wurde gemeinsam gegessen und erst danach gab es die Bescherung. Zur Bescherung gehörte natürlich auch, dass ich auf den Flur geschickt wurde, während der Weihnachtsmann die Geschenke brachte. Ungeduldig wartete ich mit pochendem Kinderherzen und kaum auszuhaltender Vorfreude mit einem respektvollen Abstand zur Wohnzimmertür im Flur. Schatten bewegten sich und Geräusche waren zu vernehmen. Und dann war es endlich so weit. Ich durfte schauen, was der Weihnachtsmann mir und meinen Lieben gebracht hatte.

 Inzwischen bin ich groß und feiere Weihnachten ganz anders. Der Gottesdienst ist eine der wenigen Konstanten von damals. Und selbst der konnte letztes Jahr wegen Corona nicht stattfinden.

 Ich sehne mich jetzt, da die Tage kürzer und dunkler werden, so sehr wie selten in meinem Leben nach dieser kindlichen Geborgenheit der ersten Weihnachtserlebnisse. Ungeduldig warte ich mit pochendem Herzen, fürchte mich vor zu stark steigenden Coronazahlen und hoffe doch noch immer auf einen relativ normalen Weihnachtsgottesdienst mit einem Hauch dieser kindlichen Geborgenheit.

 „Weihnachten was war das noch? Denk schnell noch einmal nach. Bestimmt wird die Erinnerung in deinem Herzen wieder wach.“

 So singt es Rolf Zuckowski in einem Lied, das mich stets ein wenig an diese weihnachtliche Geborgenheit meiner Kindheit erinnert. Und so möchte ich es dieses Jahr auch machen. Ich möchte Erinnerungen an Gottesdienstbesuche und liebevolle Geschenke in mir wach halten, möchte die Vorfreude und Ungeduld genießen und weiterhin sehnsüchtig hoffen können auf das, was uns an Weihnachten erwartet.

 Wundervolle Erinnerungen an vergangene und sehnsüchtige Hoffnungen auf zukünftige Weihnachten wünscht Ihnen
Pastorin Catharina Klein